Pflegeetiketten richtig einsetzen: Vorschriften und Verarbeitungstipps für Unternehmer

Um zu gewährleisten, dass Textilien beim Waschen, Trocknen oder Bügeln keinen Schaden erleiden, sind Pflegehinweise unverzichtbar. Sie klären den Verbraucher über die korrekte Vorgehensweise auf und müssen der Norm entsprechen. Die Informationen auf den Pflegeetiketten vermitteln über standardisierte Symbole Temperaturempfehlungen, maximale Bügelstufen und vieles mehr. Textilbetriebe sind gut beraten die Etiketten entsprechend zu platzieren und mit allen nötigen Hinweisen zu versehen. Herausforderungen und Probleme sind aufgrund des Markenrechts vorprogrammiert.

GINETEX Lizenzvertrag erforderlich

Bevor Pflegesymbole zur Kennzeichnung von Textilien genutzt werden dürfen, müssen Firmen einen Lizenzvertrag mit der GINETEX Switzerland eingehen. Ansonsten drohen rechtliche Folgen, da die Symbole markenrechtlich geschützt und Eigentum von GINETEX sind. Die Lizenznehmer verpflichten sich zur einwandfreien Verwendung der Symbolik nach den in der Schweiz geltenden Richtlinien. Importeure sind gleichzeitig aufgefordert dafür Sorge zu tragen, dass die Pflegekennzeichnung nach schweizerischen Vorschriften korrekt erfolgt. Strafrechtliche Folgen sind ausserdem bei fehlerhafter Anordnung und Nutzung zu erwarten. „Aus Gründen der Eindeutigkeit ist ausnahmslos die vollständige Symbolreihe in die Etiketten aufzunehmen“, erklärt GINETEX Switzerland online. Die folgende Reihenfolge ist seit 2006 bindend:

➔ Waschen-Bleichen-Trocknen-Bügeln-Professionelle Textilpflege

Während die Symbole für Waschen darüber informieren, ob das Reinigen in der Waschmaschine möglich ist, weisen Bleichhinweise auf Empfehlungen diesbezüglich hin.  Über die Bedeutung der Trockner-Zeichen klärt die europäische Verbraucherseite zu Wärmepumpentrocknern ergänzend auf: „Trommeltrocknersymbole besitzen immer einen Kreis im Quadrat, während Zeichen zum natürlichen Trocknen auf den Kreis verzichten.“ Welche Temperaturbereiche beim Bügeln ohne Schäden am Produkt gewählt werden können, besagen die Bügelpflegehinweise. Symbole zur professionellen Textilpflege geben unter anderem darüber Auskunft, welche Lösemittel bei einer chemischen Reinigung erlaubt sind und welche Art der Nassreinigung durchgeführt werden kann. Neben Verbrauchern sind diese Hinweise für textilpflegende Betriebe von grossem Nutzen.

Auswahl der Etikettenhersteller

Etiketten mit Pflegehinweisen werden von zahlreichen Herstellern vertrieben. Da leider nicht alles, was am Markt angeboten wird, qualitativ überzeugt, müssen Unternehmen sorgfältig auswählen. Abhängig vom Einsatz sind die Produkteigenschaften elementar. Während es beispielsweise in einer groben Arbeitsjacke, die nicht direkt mit der Haut in Kontakt kommt, weniger auf das Material als vielmehr auf die Robustheit der Etiketten ankommt, spielt die Oberflächenstruktur bei Unterwäsche, Pullovern, T-Shirts und Jeans eine wesentlich grössere Rolle. Hier sind Satin-Pflegeetiketten üblich. Sie sind weich und kratzen nicht. Abhängig vom Hersteller kommen mehr oder weniger strapazierfähige Rohstoffe zum Einsatz.

Folgende Faktoren sind tonangebend, wenn es um die Auswahl des Etikettenherstellers geht:

  • Farbechtheit: Die Hinweise auf den Etiketten müssen farbecht sein. Ansonsten würden sich die Symbole und Text-Hinweise viel zu schnell auswaschen, was zur Folge hätte, dass dem Kunde keine Pflegeinformationen zur Verfügung stehen.
  • Grösse: Abhängig davon, welche Richtlinien eingehalten werden müssen, wird unterschiedlich viel Fläche zum Bedrucken beziehungsweise Besticken benötigt. Die Etikettenhersteller müssen entsprechende Flexibilität aufweisen, um auf individuelle Wunschmasse eingehen zu können.
  • Strapazierfähigkeit: Pflegeetiketten können eingenäht, aufgenäht, gewebt und aufgebügelt werden. Besonders unempfindlich gegenüber hohen Waschtemperaturen sind Ausführungen zum Auf- und Einnähen. 90°C sind meist kein Problem. Als besonders robust gelten gewebte und gestickte Hinweise.
  • Form: Auch wenn ein Pflegeetikett nicht direkt sichtbar ist, muss es formbeständig sein. Ein Etikett, das seine Form verliert, wirkt minderwertig und schmälert die Exklusivität des Textils. Gleichzeitig kann eine Verformung das einwandfreie Lesen der Pflegehinweise verhindern.
  • Tragekomfort: Unangenehme Etiketten können dazu führen, dass sich Endverbraucher für ein anderes Produkt entscheiden. Schliesslich möchte kein Kunde Hautirritationen riskieren. Tragekomfort ist daher sehr wichtig bei der Etikettenauswahl. Ein gern genutztes Material ist Polyester.
  • Stückzahl: Die Stückzahlen variieren nicht selten stark. Manche Modemacher benötigen für limitierte Auflagen beispielsweise nur 100 Etiketten, Grosshändler fertigt stattdessen hunderttausende Shirts pro Woche und muss dafür ausreichend Pflegeetiketten parat haben. Die Stückzahl ist bei der Entscheidung für oder gegen einen Hersteller ein Kriterium.
  • Schriften: Ein kompetenter Hersteller hat mehrere Schriften in petto, um Kunden Gestaltungsvariationen anzubieten.
  • Farben: Die Farben müssen nicht nur zuverlässig halten, sondern auch unbedenklich für die Gesundheit sein. Gleiches gilt selbstverständlich für die textilen Bestandteile. Schadstofffreiheit und Sicherheit müssen kontinuierlich überprüft werden, um von gleichbleibender Qualität zu profitieren.